Dieses Jahr jähren sich meine ersten 20 Jahre im Anwaltsberuf. Was ich alles an Erfahrungen sammeln würde, habe ich mir damals nicht einmal ansatzweise vorstellen können.
In den kommenden Wochen teile ich bis zum Jahresende in einer kleinen Serie persönliche und berufliche Einblicke aus zwei Jahrzehnten juristischer Praxis.
Den Anfang macht eine (scheinbar) einfache Frage:
👉 „𝐖𝐚𝐫𝐮𝐦 𝐰𝐨𝐥𝐥𝐞𝐧 𝐒𝐢𝐞 𝐀𝐧𝐰𝐚𝐥𝐭 𝐰𝐞𝐫𝐝𝐞𝐧?“
Als ich vor 20 Jahren im Frühjahr 2005 zur Anwaltschaft zugelassen wurde, stellte mir ein erfahrener Kollege und Mentor diese Frage.
Ich antwortete: Jurastudium, Referendariat, zwei Staatsexamina, ein LL.M. in den USA, die Zulassungsprüfung in New York, bald eine Dissertation, praktische Erfahrung aus verschiedenen Kanzleien.
Er sagte: „𝐌𝐨̈𝐠𝐥𝐢𝐜𝐡𝐞𝐫𝐰𝐞𝐢𝐬𝐞 𝐪𝐮𝐚𝐥𝐢𝐟𝐢𝐳𝐢𝐞𝐫𝐭 𝐒𝐢𝐞 𝐝𝐚𝐬. 𝐀𝐛𝐞𝐫 𝐝𝐚𝐬 𝐛𝐞𝐚𝐧𝐭𝐰𝐨𝐫𝐭𝐞𝐭 𝐧𝐢𝐜𝐡𝐭 𝐦𝐞𝐢𝐧𝐞 𝐅𝐫𝐚𝐠𝐞.“
Ich war verunsichert – und dann kam der Satz, den ich nie vergessen habe:
🗣️ „𝐄𝐢𝐧 𝐀𝐧𝐰𝐚𝐥𝐭 𝐢𝐬𝐭 𝐰𝐢𝐞 𝐞𝐢𝐧 𝐠𝐮𝐭𝐞𝐫 𝐀𝐫𝐳𝐭: 𝐄𝐫 𝐦𝐮𝐬𝐬 𝐬𝐞𝐢𝐧𝐞𝐧 𝐌𝐚𝐧𝐝𝐚𝐧𝐭𝐞𝐧 𝐡𝐞𝐥𝐟𝐞𝐧 𝐰𝐨𝐥𝐥𝐞𝐧.“
⏳ Es hat etwas gedauert, bis ich wirklich verstanden habe, was er meinte. Heute ist es mein #Leitmotiv. Nicht der Fall zählt, sondern die Mandantin, der Mandant – mit den Themen, die sie bewegen.
🙏 Ich danke diesem Mentor, der schon lange nicht mehr unter uns ist, denke häufig an ihn und erzähle von ihm – und ich danke denjenigen, die mir mit viel Geduld und Zuwendung und auf ihre ganz eigene Weise das anwaltliche Arbeiten beigebracht haben: Prof. Dr. Hans-Eric Rasmussen-Bonne, Wolfgang Weitnauer, Joachim Kuckenburg
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