20 Years in Practice – Rückblick #5: First Seat at the Table

2008 kam mit der Fußball-EM der Bart. Und blieb.

Genauso wie meine Liebe für den Willem C. Vis International Commercial Arbitration Moot in Wien, den ich im selben Jahr als Schiedsrichter für mich entdeckte. — Ich war und bin immer noch fasziniert von diesem juristischen Wettbewerb, der inzwischen hunderte Universitäten aus allen Kontinenten anzieht — ein herausragendes internationales Friedensprojekt.

Was 2008 aber auch noch kam, war mein allererstes Schiedsrichtermandat. Ein Tag vor Sylvester. Es fühlte sich an wie ein spätes Weihnachtsgeschenk. Denn als 33-jähriger Newcomer in einer Kanzlei ohne ausgeprägtem Arbitration-Fokus war der Aufbau eines „Business Case“ in der Schiedsgerichtsbarkeit alles andere als selbstverständlich. Umso mehr habe ich dieses erste Mandat als großen Vertrauensbeweis empfunden.

Was den Ausschlag für diese Benenung gegeben hat, kann ich nur vermuten. Ein Aspekt wird meine fachliche Spezialisierung gewesen sein. Wieder einmal war es mein Mentor Joachim Kuckenburg, der mir früh geraten hatte:

👉 „𝐄𝐢𝐧 𝐟𝐚𝐜𝐡𝐥𝐢𝐜𝐡𝐞𝐫 𝐒𝐜𝐡𝐰𝐞𝐫𝐩𝐮𝐧𝐤𝐭 𝐡𝐢𝐥𝐟𝐭 𝐃𝐢𝐫, 𝐚𝐮𝐜𝐡 𝐚𝐥𝐬 𝐒𝐜𝐡𝐢𝐞𝐝𝐬𝐫𝐢𝐜𝐡𝐭𝐞𝐫 𝐃𝐞𝐢𝐧 𝐏𝐫𝐨𝐟𝐢𝐥 𝐳𝐮 𝐞𝐧𝐭𝐰𝐢𝐜𝐤𝐞𝐥𝐧.“

📌 Bei mir war es das Handels- und Gesellschaftsrecht, oft in komplexen und grenzüberschreitenden Transaktionen und Streitigkeiten.

📌 Sehr zugute kamen mir in der Anfangsphase die Jahre als Transaktions- und Prozessanwalt bei WEITNAUER, wo ich intensiv in den Bereichen Venture Capital, Private Equity, M&A und Immobilien gearbeitet habe.

Seit diesem ersten Schiedsrichtermandat habe ich zahlreiche weitere übernommen – als Beisitzer, Vorsitzender und Einzelschiedsrichter – nach den Regeln unterschiedlichster Institutionen und in verschiedenen Branchen. Mein klarer Schwerpunkt hat dabei meistens eine entscheidende Rolle gespielt.

Heute, fast zwei Jahrzehnte später, blicke ich dankbar darauf zurück, wie aus diesem „ersten Geschenk“ eine kontinuierliche Schiedsrichtertätigkeit geworden ist, und wie sehr mich jedes Verfahren geprägt und bereichert hat.

🙏 Mein besonderer Dank gilt Joachim Kuckenburg für wertvolle Ratschläge in der Anfangszeit; Prof. Dr. Hans-Eric Rasmussen-Bonne und WEITNAUER für den beruflichen Freiraum; all denjenigen, die mir seither ein Schiedsrichteramt anvertraut haben; und allen Kolleg:innen im Tribunal für das konstruktive Miteinander im Dienste der Sache.

🔜 Nächster Halt: Rückblick #6 – Balancing Pratice and Academia.

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